So verrückt es auch war, ich hab es gespürt.

Wie Du den weiten Teilen der Welt entgegen sprangst, ohne einmal dem Abgrund nahe zu sein. Ich bewunderte Dich dafür, so sorgenlos und frei , hatte ich doch nie gelernt diesen Gedankenstrudel abzuschalten.
Wie ich den Atem anhielt und mich zwang, hinunter zu schlucken, was Dir Dein Herz schwer werden ließ. Du hattest  Angst und Scham in Deinen Augen stehen, doch warst auch so erleichtert nicht mehr verschweigen zu müssen.

Jetzt verschwindet Dein Name langsam, er rückt immer weiter nach unten in der Liste der Kontakte. Ich seh Dir zu dabei wie Du ein Leben lebst, in dem ich keinen Platz mehr habe, in dem Du mich nicht teilhaben lässt, aus dem ich mich entfernt habe. Und Du siehst mir zu, wie ich lache und tanze und heimlich einen anderen küsse. Und ja, es stimmt. Ich bin glücklich und im Reinen mit mir oder wie auch immer man das nennt. Aber was mir dabei fehlt ist das Gefühl, das Du mir gabst, wenn Du mir in die Augen sahst. Ich weiß noch genau, wie verliebt Du in mich warst.

Ich habe all die Dinge, die ich nicht erklären und nicht verstehen konnte oder wollte in diese Wände geschrieben. Ich stand mitten in dem Raum, der mir meinen Verstand so nahe brachte, dass ich fast in den Wörtern der Unnachgiebigkeit ertrank. Du sagtest, es sei ein törichter Fehler und dass ich nicht hier her zurückkommen sollte. Aber ich wollte das nicht wissen. Ich wollte sehen, wie sich die Welt verändert hatte, seit dieser Zeit und ob ich Teil jener Veränderung war.
 

Dies ist der Anfang von allem was endet.

Sie war nicht einfach nur wütend. Ihre Lippen brannten vom Feuer, dass sie spuckte und spuckte und versuchte herunter zu schlucken. Es schmerzte sie zu sehen, dass sie recht behielt. Wie Du den einen Weg gehst, ohne sie und dabei Dich selbst verlierst.

Sie war nicht einfach nur traurig. Ihre Brust zog sich zusammen und sie versuchte Luft in ihre Lungen hineinzupumpen, doch je mehr sie daran zweifelte, dass sie atmen könne, desto lauter wurden verzweifelte Schreie, die ihre Ohren mit Schmerz und ihre Augen mit Tränen füllten.

Sie war nicht einfach nur einsam. In dem Moment in dem Du gingst, vergaß sie ganz und gar zu sein. Wie eine Schlange, die sich in einem Loch verkriecht und draußen nur die leere Hülle ihrer abgestreiften Haut zurück ließ, war sie die Haut, die Hülle die dort auf dem Bett einfror und vergaß zu leben.

Du warst nicht einfach nur ein Mann in ihrem Leben, den sie eine Zeit lang mit sich gehen ließ. Vom ersten Augenblick an hattest Du ihr Herz in Deinen Händen und warst der Grund warum sie weiter atmen konnte, während sie fünf Kilometer durchgehend rannte. Sie hat Dich geliebt, aber es war Dir nicht genug, sie zu behalten.

Es wäre klüger, wenn Du gehst. Da wir uns beide nicht verstehen.

Und so sieht es aus: Ich wollte Dich nicht nur für eine kurze Zeit. In den Momenten, da ich in Deine Augen sah, sah ich die Zukunft; sah die Dinge in 25 Jahren. Ich sah meinen besten Freund, meinen Vertrauten, die Liebe meines Lebens, meinen Seelenverwandten. Ich wollte Dich nicht nur für eine kurze Zeit.

Und so sieht es aus: Ich fühlte mich wunderschön. Wie ich da stand, lächelnd, und in den Spiegel sah. Ich ging aus dem Haus ohne mich zu schminken und es machte mir nichts aus. Ich aß zwei Mahlzeiten am Tag, statt gar keiner. Ich fühlte mich wunderschön.

Und so sieht es aus: Du warst meine Welt. Ich sah tausende Sonnenauf- und -untergänge in Deinen Augen. Es gab mehr Schönheit in Deinem Lächeln, als im gesamten Universum. Du warst meine Welt.

Und so sieht es aus: Du kanntest mich. Ich teilte meine Geheimnisse mit Dir. Ich ließ Dich meine Narben berühren. Ich zuckte nicht zurück, als Du Deine Arme um meine Hüfte schloßt. Du kanntest mich.


Und es ist so: Du täuschtest mich tatsächlich.

Langsamer Rückgang; rückläufige Tendenz.

Er sagte ihr, ihm ginge jedes Gewitter nahe. Und sie lachte, fröhlich und aus tiefstem Herzen und antwortete ihm, dass sie nichts treffen kann und ihr nichts wirklich nahe geht. Doch er berührte sie, ohne sie anzufassen und da wusste sie, wie es ist, vom Blitz getroffen zu werden.
"Bitte verlieb' Dich nicht in mich. Ich werde darüber schreiben, wie sich Dein Schlüsselbein kurvt und wie Deine Lippen zittern, wenn Du aufgewühlt bist. Ich werde mich mehr darauf konzentrieren, wie Du Deine Daumen gegen den Uhrzeigersinn drehst, als auf die Worte die aus Deinem Mund schlüpfen. Ich werde mir merken, welches Lied Du liebst und es hören, immer und immer wieder, bis der Text in den Spalten meines Gehirns eingraviert ist, aber ich werde vergessen, warum Du Kaffee lieber magst, als Tee.
Bitte verlieb' Dich nicht in mich, denn wenn Du einmal realisierst, dass ich nicht gut genug bin, werde ich über Dich schreiben, bis meine Handflächen bluten und meine Knochen beginnen, weh zu tun, um als Erinnerung zu dienen, dass ich es stärker versucht haben sollte, Dich zum Bleiben zu bringen. Ich hätte mich mehr auf das Gefühl, welches ich bekomme, wenn Du mich hältst konzentrieren sollen und weniger auf die gottverdammte Anzahl der Sommersprossen auf Deinen Armen. Ich hätte Dich wecken sollen, mit einer frischen Tasse Kaffee, nicht mit Tee."
Manchmal küsse ich Menschen, die ich nicht küssen sollte und lasse sie die Knöpfe meiner Jeans öffnen. Manchmal verlasse ich die Englisch-stunde ohne zu fragen und laufe in eckigen Kreisen, bis ich das Blut unter meiner Haut rauschen höre. Manchmal renne ich, bis ich nicht mehr atmen kann. Manchmal sitze ich im Regen, manchmal schlafe ich sechs Stunden, mitten am Tag. 
Manchmal fahre ich zu schnell und höre die Musik so laut, dass es schmerzt. Manchmal trinke ich, bis alles schwarz wird und ich mich nicht daran erinnere, die ganze Nacht über Dich gesprochen zu haben (obwohl ich es tu'). Manchmal weine ich über Bücher und über Menschen die vor Hunderten von Jahren starben. Manchmal weine ich nicht, obwohl ich das mehr als alles andere möchte. 
Manchmal ignoriere ich die Menschen, die ich liebe. Manchmal halte ich mich selbst fest, um alles in mir zu lassen, nur weil Du nicht hier bist, um das zu tun. Manchmal denke ich, ich bin am leben. Manchmal denke ich, ich werde es wahrscheinlich niemals sein. 
Eines Tages, sagt sie, wirst Du seine Hand loslassen, für euch beide. Er wird darum betteln, dass Du zurück ins Bett kommst, seine Worte werden sich direkt in Deine Haut preschen und in Deine Brust, wo Du Dich selbst geschützt hältst. Manchmal ist gehen der wichtigste Teil wenn man jemanden liebt.

Du kannst nur einmal sterben.

Sag ihr, dass Du sie liebst.
Sag ihr, Dass Du sie liebst, aber Du zerbrichst, je mehr sie versucht, Dich festzuhalten.
Eines Tages wird Dein Name von meiner Zunge rollen, direkt in meine Hände.
Also sag ihr Du liebst sie.
Aber sag ihr, dass es nicht halten wird.

Ich bin nicht sicher, ob unsere Seelen so verknüpft sind, dass Dein Schmerz - ob ich es weiß oder nicht - mich verschleiern wird.
Aber heute hat der Wettermann gesagt, die Nacht wird kalt und windig.
Und ich hoffe, sie macht Dir Kaffee.
Und ich hoffe, sie umarmt Dich so fest, dass es weh tut.

Letzte Nacht hat mir ein Engel erzählt, dass das Mädchen das Du liebst, Dich wach hält und das nicht, weil ihr beide so sehr lacht, dass ihr schon an Schlaflosigkeit erstickt und euch gegenseitig verschluckt.
Aber dieses Leben ist so viel, wenn Du der Tau auf dem Berg während einem Buschfeuer bist.
Oder wenn Du mit Deinem Teleskopherz nach oben siehst und jeder Stern bereits Teil einer Konstellation ist.
Oder wenn Du Dich in eine Sternschnuppe verliebst, deren jemand anderes bereits seinen Wunsch geschenkt hat.

Du wirst versuchen, es zu schaffen.
Du wirst die Scherben Deines gebrochenen Herzen aufheben und sie wieder ineinander verknoten, mit einer Spitzenbluse und seinem Lieblingsparfum.
Und Du wirst ihn küssen als wäre er ein paar Monate zuvor nicht der jenige gewesen, der die Pistole an Deine Brust hielt, mit Kugeln die aus seinem Mund flogen, in jeden Teil Deines Körpers.
Und Du wirst Dich fühlen wie ein Gott.
Und Du wirst denken "Gott sei Dank muss ich ihn nicht mehr vermissen", denn er ist wieder Dein, wenn auch nur für eine Nacht.
Morgen wirst Du aufwachen in einem Strudel aus Schweiß und Taubheit und der Geschmack von Herzschmerz wird frisch in Deinem Mund erscheinen, auch wenn es erst langsam beginnt, wie die ersten Tropfen von Regen, kurz bevor der Sturm alles mit sich reißt und Dich ertrinkent und durchnässt durch alles was Du liebst verlässt.

Und er wird Dich wieder lieben.
Aber niemals zur richtigen Zeit.
Niemals, wenn es funktionieren könnte.
Und manchmal wirst Du denken, Du hast es fast geschafft.
Aber es wird durch Deine Finger rinnen und wieder alles zerstören.
So, wie beim ersten Mal.
Und das Mal davor.
Und Du wirst okay sein.
Aber Du wirst nie wieder so okay sein, wie Du mit elf Jahren warst, als Du nichts als geschürfte Knie und ein Lächeln hattest.
Und er hat Dich nicht zerstört, aber er hätte es tun können.
Er hätte es verdammt nochmal tun können.