Samstag, 23. Dezember 2017

Ich hab die Welt geliebt, und Dich noch mehr.

Ich will Dich bei mir haben, jetzt und am besten für immer. So lange, wie für uns beide “für immer” eben gilt. Ich will, dass Du neben mir liegst, Deinen Arm um mich gelegt und mich dabei fest an Dich gezogen hast. Mir leise, mit geschlossenen Augen, ins Ohr flüsterst dass Du mich nie wieder los lässt und dies auch so meinst. Deine Nase in meinem Haar versteckst und das wir einfach so einschlafen und wieder aufwachen. Jeden Tag.
Es ist jetzt fast zwei Monate her. Dies wird das erste Weihnachten ohne Dich sein. Es wird das erste Silvester ohne Dich sein. Auch wenn wir uns seit Juni nicht mehr sahen, seit Februar getrennt waren, Du fehlst mir mehr denn je. Du warst mein Anker, für eine kurze Weile. Und es wird nie wieder sein können, selbst wenn wir in einer anderen Zeit, an einem anderen Ort ein aufeinander treffen gehabt hätten. Eines, das einen Neuanfang versprochen hätte. Es ist nicht mehr möglich. Und Du fehlst mir mehr denn je. Jeden Tag kreist Dein Namen durch meinen Kopf, Dein Lachen klingt durch meine Ohren, Deine Augen schwirren vor meinen, Dein Herz ist bei mir. Wissend, dass wir uns beide so sehr liebten, auch noch nach all dieser Zeit. Ob ich jemals wieder so fühlen werde? Ich will es gar nicht wissen. Und Du fehlst mir mehr denn je. Ich denke momentan so oft an Deine Mutter, wie es ihr wohl geht, ob sie überlebt, ohne Dich. Und Du fehlst mir mehr denn je. Ich fahre durch die Straßen, die wir gefahren sind, ich laufe über die Wege, die wir gegangen sind, ich träume mich nach Hamburg, den Busbahnhof, die U-Bahn, das Hotelzimmer mit dem Bett, das viel zu klein für uns beide war, die Bootsfahrt, das Musical, die Blicke, die Küsse, Deine Hände, die Novemberkälte und Deine Wärme. Dein Bild brennt in meinem Kopf, es graviert sich ein. Und Du fehlst mir mehr denn je.
Es ist jetzt fast zwei Monate her. Dies wird das erste Weihnachten ohne Dich sein. Es wird das erste Silvester ohne Dich sein. Aber Du bist immer noch bei mir, als hätte es nie diese Tragödien gegeben. 

Samstag, 8. April 2017

So verrückt es auch war, ich hab es gespürt.

Wie Du den weiten Teilen der Welt entgegen sprangst, ohne einmal dem Abgrund nahe zu sein. Ich bewunderte Dich dafür, so sorgenlos und frei , hatte ich doch nie gelernt diesen Gedankenstrudel abzuschalten.
Wie ich den Atem anhielt und mich zwang, hinunter zu schlucken, was Dir Dein Herz schwer werden ließ. Du hattest  Angst und Scham in Deinen Augen stehen, doch warst auch so erleichtert nicht mehr verschweigen zu müssen.

Jetzt verschwindet Dein Name langsam, er rückt immer weiter nach unten in der Liste der Kontakte. Ich seh Dir zu dabei wie Du ein Leben lebst, in dem ich keinen Platz mehr habe, in dem Du mich nicht teilhaben lässt, aus dem ich mich entfernt habe. Und Du siehst mir zu, wie ich lache und tanze und heimlich einen anderen küsse. Und ja, es stimmt. Ich bin glücklich und im Reinen mit mir oder wie auch immer man das nennt. Aber was mir dabei fehlt ist das Gefühl, das Du mir gabst, wenn Du mir in die Augen sahst. Ich weiß noch genau, wie verliebt Du in mich warst.

Ich habe all die Dinge, die ich nicht erklären und nicht verstehen konnte oder wollte in diese Wände geschrieben. Ich stand mitten in dem Raum, der mir meinen Verstand so nahe brachte, dass ich fast in den Wörtern der Unnachgiebigkeit ertrank. Du sagtest, es sei ein törichter Fehler und dass ich nicht hier her zurückkommen sollte. Aber ich wollte das nicht wissen. Ich wollte sehen, wie sich die Welt verändert hatte, seit dieser Zeit und ob ich Teil jener Veränderung war.
 

Samstag, 14. Januar 2017

Dies ist der Anfang von allem was endet.

Sie war nicht einfach nur wütend. Ihre Lippen brannten vom Feuer, dass sie spuckte und spuckte und versuchte herunter zu schlucken. Es schmerzte sie zu sehen, dass sie recht behielt. Wie Du den einen Weg gehst, ohne sie und dabei Dich selbst verlierst.

Sie war nicht einfach nur traurig. Ihre Brust zog sich zusammen und sie versuchte Luft in ihre Lungen hineinzupumpen, doch je mehr sie daran zweifelte, dass sie atmen könne, desto lauter wurden verzweifelte Schreie, die ihre Ohren mit Schmerz und ihre Augen mit Tränen füllten.


Sie war nicht einfach nur einsam. In dem Moment in dem Du gingst, vergaß sie ganz und gar zu sein. Wie eine Schlange, die sich in einem Loch verkriecht und draußen nur die leere Hülle ihrer abgestreiften Haut zurück ließ, war sie die Haut, die Hülle die dort auf dem Bett einfror und vergaß zu leben.


Du warst nicht einfach nur ein Mann in ihrem Leben, den sie eine Zeit lang mit sich gehen ließ. Vom ersten Augenblick an hattest Du ihr Herz in Deinen Händen und warst der Grund warum sie weiter atmen konnte, während sie fünf Kilometer durchgehend rannte. Sie hat Dich geliebt, aber es war Dir nicht genug, sie zu behalten.

Mittwoch, 4. Januar 2017

Es wäre klüger, wenn Du gehst. Da wir uns beide nicht verstehen.

Und so sieht es aus: Ich wollte Dich nicht nur für eine kurze Zeit. In den Momenten, da ich in Deine Augen sah, sah ich die Zukunft; sah die Dinge in 25 Jahren. Ich sah meinen besten Freund, meinen Vertrauten, die Liebe meines Lebens, meinen Seelenverwandten. Ich wollte Dich nicht nur für eine kurze Zeit.

Und so sieht es aus: Ich fühlte mich wunderschön. Wie ich da stand, lächelnd, und in den Spiegel sah. Ich ging aus dem Haus ohne mich zu schminken und es machte mir nichts aus. Ich aß zwei Mahlzeiten am Tag, statt gar keiner. Ich fühlte mich wunderschön.

Und so sieht es aus: Du warst meine Welt. Ich sah tausende Sonnenauf- und -untergänge in Deinen Augen. Es gab mehr Schönheit in Deinem Lächeln, als im gesamten Universum. Du warst meine Welt.

Und so sieht es aus: Du kanntest mich. Ich teilte meine Geheimnisse mit Dir. Ich ließ Dich meine Narben berühren. Ich zuckte nicht zurück, als Du Deine Arme um meine Hüfte schloßt. Du kanntest mich.


Und es ist so: Du täuschtest mich tatsächlich.

Montag, 15. Februar 2016

Langsamer Rückgang; rückläufige Tendenz.

Er sagte ihr, ihm ginge jedes Gewitter nahe. Und sie lachte, fröhlich und aus tiefstem Herzen und antwortete ihm, dass sie nichts treffen kann und ihr nichts wirklich nahe geht. Doch er berührte sie, ohne sie anzufassen und da wusste sie, wie es ist, vom Blitz getroffen zu werden.
"Bitte verlieb' Dich nicht in mich. Ich werde darüber schreiben, wie sich Dein Schlüsselbein kurvt und wie Deine Lippen zittern, wenn Du aufgewühlt bist. Ich werde mich mehr darauf konzentrieren, wie Du Deine Daumen gegen den Uhrzeigersinn drehst, als auf die Worte die aus Deinem Mund schlüpfen. Ich werde mir merken, welches Lied Du liebst und es hören, immer und immer wieder, bis der Text in den Spalten meines Gehirns eingraviert ist, aber ich werde vergessen, warum Du Kaffee lieber magst, als Tee.
Bitte verlieb' Dich nicht in mich, denn wenn Du einmal realisierst, dass ich nicht gut genug bin, werde ich über Dich schreiben, bis meine Handflächen bluten und meine Knochen beginnen, weh zu tun, um als Erinnerung zu dienen, dass ich es stärker versucht haben sollte, Dich zum Bleiben zu bringen. Ich hätte mich mehr auf das Gefühl, welches ich bekomme, wenn Du mich hältst konzentrieren sollen und weniger auf die gottverdammte Anzahl der Sommersprossen auf Deinen Armen. Ich hätte Dich wecken sollen, mit einer frischen Tasse Kaffee, nicht mit Tee."
Manchmal küsse ich Menschen, die ich nicht küssen sollte und lasse sie die Knöpfe meiner Jeans öffnen. Manchmal verlasse ich die Englisch-stunde ohne zu fragen und laufe in eckigen Kreisen, bis ich das Blut unter meiner Haut rauschen höre. Manchmal renne ich, bis ich nicht mehr atmen kann. Manchmal sitze ich im Regen, manchmal schlafe ich sechs Stunden, mitten am Tag. 
Manchmal fahre ich zu schnell und höre die Musik so laut, dass es schmerzt. Manchmal trinke ich, bis alles schwarz wird und ich mich nicht daran erinnere, die ganze Nacht über Dich gesprochen zu haben (obwohl ich es tu'). Manchmal weine ich über Bücher und über Menschen die vor Hunderten von Jahren starben. Manchmal weine ich nicht, obwohl ich das mehr als alles andere möchte. 
Manchmal ignoriere ich die Menschen, die ich liebe. Manchmal halte ich mich selbst fest, um alles in mir zu lassen, nur weil Du nicht hier bist, um das zu tun. Manchmal denke ich, ich bin am leben. Manchmal denke ich, ich werde es wahrscheinlich niemals sein. 
Eines Tages, sagt sie, wirst Du seine Hand loslassen, für euch beide. Er wird darum betteln, dass Du zurück ins Bett kommst, seine Worte werden sich direkt in Deine Haut preschen und in Deine Brust, wo Du Dich selbst geschützt hältst. Manchmal ist gehen der wichtigste Teil wenn man jemanden liebt.