So liebst Du sie:

Krache in sie.
Krache in sie mit Lichtgeschwindigkeit.
Füttere sie mit Deinem Feuer bis Du nichts mehr bist, als Asche und Flammen aus ihrem Brustkorb gießen.
Sie wird es brauchen. Gott, wie sie es brauchen wird.

Du vergisst, dass sie kaputt ist, manchmal. Manchmal wiederum ist es ersichtlicher. Du sorgst Dich darum, wie sie Dich küsst, bis sie hustet. Darüber, wie sie Dich gegen die Wand drückt, Dich an sich zerrt, Dich beißt, bis Deine Lippen bluten und dann nicht mehr redet, drei Tage lang. (Du bist nicht er, Du bist nicht er, Du bist nicht er, aber Du kannst sie immer noch lieben.)
Wenn sie ihre Fingernägel in Deine Arme drückt und den Schmerz in ihrem Hals heraus reißt, mit jedem Schrei, dann lass sie.
Es gibt schlimmere Narben.

And diesen Tagen verschwindet sie oft. Sie gleitet davon, wenn sie denkt, dass Du es nicht merkst. An manchen Tagen wirst Du wach um 2 Uhr Nachts und die Lichter sind an, unten, und Du hörst sie weinen, von Deinem Bett aus. Geh zu ihr. Mache zwei Schüsseln Müsli und setz Dich mit ihr auf den Boden, bis sie eine zweite und dritte gegessen hat und sie aufhört zu weinen und sich die verlaufene Wimperntusche unter den Augen mit einem Papiertaschentuch wegwischt. Du musst nichts sagen.

Was Dich zerbricht ist nicht das Beben ihrer Finger. Sondern, dass sie Dich nicht ihre Hand halten lässt.

Wenn sie eines Tage nach Hause kommt, mit einem Tattoo auf der Schulter und ihren braunen Haaren in Schwarz gefärbt und sagt, sie will in einer Band sein, umarme sie.
Dann kauf ihr eine Gitarre. Sie ist ein Phönix, sie ist ein Brandstifter. Sie wird sich selbst einäschern, immer und immer wieder und sich wieder aufbauen, und von vorne beginnen. Vermähl Dich mit ihrer Asche, mit ihrem Gestern, ihrem Heute, ihrem Morgen.
Sie wird immer die Selbe sein, aber sie wird es nicht, aber sie wird.
Vergiss nicht, dass Menschen erlaubt ist, sich zu verändern.

Sie schreit Dich an, an eurem ersten Wochenende und sagt, Du kennst sie nicht und schmettert die Tür zu ihrem Zimmer zu und kommt für den Rest des Tages nicht mehr heraus.
Sie sitzt in Tränen auf dem Boden im Badezimmer und dreht die Dusche auf, damit Du sie nicht hörst.
Sie kommt raus, am nächsten Morgen und tut so, als wäre es egal.
Küss sie dann.
Halt sie fest, im Nacken und am Handgelenk und küss sie.
Es wird den Schmerz nicht lindern, aber sie wird Dich dafür lieben.

In manchen Nächten kriecht sie mit Dir ins Bett. Sie lässt Dich einen Arm um sie legen und sich an Dich ziehen, bis ihre Haare an ihrem Hinterkopf Dein Schlüsselbein kitzeln. Manchmal klammert sie sich an Dein Shirt und atmet in die Mulde an Deiner Kehle und Du kannst nicht anders als dabei zu zittern. Am Morgen ist sie immer verschwunden.
Du denkst, wie sehr es weh tut, nicht imstande zu sein, sie völlig zu lieben, aber sei geduldig. Sie ist die Überlebende eines langen, kalten Winters. Sie ist ganz und gar in der Dunkelheit. Aber sie sieht. Sie wird Dich finden.

Du bringst sie zu tausend anderen Orten.
Du sagst ihr das, ja, das ist genug. Du und sie und eine zweistöckige Wohnung. Aber manchmal, wenn sie schläft, wirfst Du jeden Atlas den Du besitzt auf, rollst die Karten auf, denen Du tausend Jahre gefolgt bist. Dein Herz zerbricht, als Du merkst, wie viel Staub sich auf ihnen gebildet hat. Manchmal vermisst Du die Welt, bis der Schmerz Dich mitnimmt, vermisst das Rennen bis Du jedes Buch von Deinem Schreibtisch schmeißt und Deinen Kopf in Deinen Händen vergräbst.

Wenn Du schließlich weinst, weil Du Dir nicht mehr helfen kannst, wird sie Dich finden. Sie manövriert euch vorsichtig über den kartierten Boden und hält Deinen Kopf in ihrem Schoß und erzählt Dir, dass auch in ihrer Brust Gewitter sind.
Und ihr seid beide erleichtert, denn zum ersten Mal gibt sie Dir ihre unverpackten Geheimnisse und vielleicht ist es, weil sie endlich versteht, dass sie nicht die einzige ist, die kaputt ist. Du wirst sie nun entwirren, langsam.
Sie rennt mit Dir, sagt sie.
Es wird nicht mehr das Selbe sein, aber es wird gut. (Du bist nicht mehr der selbe, aber Du kannst sie immer noch lieben.)
Du sagst es wird fantastisch sein.

Finde ein Wörterbuch. Präge Dir die Definiton von dem Wort Liebe in tausend verschiedenen Sprachen ein.
Wenn keine der Definitonen nicht mal Ansatzweise an das heran kommen, sag ihr, Du liebst sie.
Dann vergiss diese.
Liebe ist besser, als all diese Dinge.

Füttere Sie mit Deinem Feuer.
Du bist nicht er, Du bist nicht er, Du wirst niemals er sein.
Aber Du kannst sie immer noch lieben.
Und sie wird Dich brauchen. Gott, wie sie Dich brauchen wird.

So liebst Du sie.

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