Er zerbrach sie.

Aber doch nur, weil er nicht wusste, wie leicht sie doch war. So leicht. Man hätte sie wie ein Gänseblümchen in den Wind pusten können, sie wäre davon geflogen und nie wieder zurück gekommen. Er sah es ihr ja an, das war allen bewusst. Doch er erkannte es nicht. Ihre Leichtigkeit, ihre Empfindlichkeit. Sie konnte so leicht zersplittern. Es wäre nichts übrig geblieben. Es blieb nie etwas ürbig. Sie war wie das Gänseblümchen im Wind. Leicht, schwebend. Frei, flatternd den Wolken entgegen. So leise sie kam, so unauffällig ging sie. Doch hinterließ sie einen Lärm, der noch Jahre nach ihrem Besuch nicht abschwellte. Eine Narbe, die niemals ganz verblasste. Und ein Gefühl, dass stärker niemals mehr hätte sein können. Das Gefühl, zusammenhängend mit ihrem Duft, dem Klang ihrer Stimme, man vergaß es nicht. Und es schien, je länger sie schon fort war, desto intensiver wurde jenes Gefühl. Die Erinnerung an eine Zeit, mit einem Wesen so leicht, immer stärker. Oh, hätte er doch nur viel früher reagiert. Hätte er doch nur erkannt, wie leicht sie wirklich war. Er hätte sie lieben können. Aufrichtig lieben. Niemals wäre sie zerschellt an den scharfen Kanten seines Selbst. Hätte er sie doch nur lieben können, sie wäre stark geworden, wie der Fels in der Brandung. Sie zerbrach, jeden Tag ein Stückchen mehr. Und er konnte nicht mehr helfen. Er hatte ja längst ihr Gesicht vergessen.

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